Best of Patagonien – Das “O” von Torres del Paine

23. – 31. März 2016: Nach einer weiteren langen Reise von Panama City über Bogotá und Santiago de Chile bis runter nach Punta Arenas und von dort mit dem Bus nach Puerto Natales erreichten wir endlich den Ausgangspunkt für unser großes Patagonienabenteuer. Seit 10 Jahren träumte ich davon durch den Torres del Paine NP zu wandern und jetzt war es endlich soweit!

Wir schafften es tatsächlich, innerhalb eines Tages alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Das komplette Camping Equipment war sogar recht schnell ausgeliehen, aber unser Speiseplan und entsprechender Einkauf für die nächsten 8 bis 9 Tage erforderte schon etwas mehr Planung.

Drei Mahlzeiten pro Tag für zwei über so einen langen Zeitraum, die nach Möglichkeit nichts wiegen und für einen Campingkocher (Achtung Gas sparen!) geeignet sind, ist schon eine Herausforderung. Denkt mal an das Gewicht eurer Wocheneinkäufe und stellt euch das Ganze als Marschgepäck auf eurem Rücken vor – plus Schlafsack, Zelt, Kochgeschirr etc. Dann wisst ihr, wovon wir sprechen ;-).

Nach einiger Recherche wurde es dann Porridge (mit Milchpulver und Nesquick für den Geschmack) zum Frühstück, je ein Snickers und ein Trockenfrüchte/Nuss Mix aus einem tollen kleinen Spezialladen in Puerto Natales zum Mittagessen (da hatten wir die kleine Menge von 2,5kg dabei) und allerlei Fertiggerichte sowie Couscous und Linsen zum Abendessen. Hungern sollten wir damit hoffentlich nicht!
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Und dann kam der große Tag. Nach noch einmal zwei Stunden Busfahrt erreichten wir mit vielen anderen Wanderern den Parkeingang, wurden registriert, über die Parkregeln informiert, mit einer Karte ausgestattet und los gings! Das berühmte “O”, der große Torres del Paine Rundweg, wartete auf uns.

Tag 1: Parkeingang > Serón Camp
16km, 5h
Sonnenschein, blauer Himmel, 70km/h Wind, 19°C

Der Weg führte uns durch die patagonische Steppe mit herrlichem Blick auf die berühmten “Türme der Pain”, die ” torres del Paine”, und später an einem idyllischen Fluss entlang bis zum ersten Campingplatz.
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Tag 2: Serón Camp > Dickson Camp
19km, 6h
bewölkt, abends Sonne, kein Wind (eher ungewöhnlich), 19°C

Nach einem Aufstieg zu einem kleinen Pass erwartete uns ein wunderschönes Panorama mit schneebedeckten Bergen und einer Lagune. Am Ufer entlang ging es weiter ins Tal hinein bis zu einer der schönsten Campingplätze am Dickson See – mit spektakulärem Gletscher im Hintergrund und Eisbergen auf der Lagune… Leider auch einigen Sandfliegen, die uns das Leben schwer machten.
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Das schwarze Auge 🙂

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Tag 3: Dickson Camp > Los Perros Camp (plus Bonus Track)
17km, 7h
bewölkt mit etwas Sonne, kein Wind, 19°C

Heute ging es relativ viel durch patagonischen Wald, vorbei an einigen schönen Aussichtspunkten und nach einem kontinuierlichen Aufstieg erreichten wir am Ende dann den spektakulären Gletschersee des Perro Gletschers. Das war uns jedoch noch nicht genug! Nachdem wir unser Zelt aufgestellt hatten, beschlossen wir kurzerhand zusammen mit Regula, die wir unterwegs kennen gelernt hatten, noch zum Puma-Gletscher im Nachbartal zu laufen. Das war dann der abenteuerliche Teil des Tages, denn kaum jemand läuft diesen (inoffiziellen) Pfad und schon die Flussüberquerung zu anfangs war durchaus spannend.
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Tag 4: Los Perros Camp > Grey Camp
22km, 8h
Sonne/Wolkenmix mit etwas Regen, leichter Wind mit teilweise starken Böen

Der vierte Tag war einer der spektakulärsten Etappen des gesamten Weges. Nach einem recht steilen morgendlichen Anstieg durchs Geröll erreichten wir den John-Gardener-Pass, wo sich uns ein unvergesslicher Blick auf den riesigen Grey Gletscher bot – ein scheinbar unendliches Eisfeld, die Gletscherlagune und Schneegipfel im Hintergrund… und darüber ein Regenbogen. Fast schon zu kitschig, um wahr zu sein!

Der Abstieg führte uns auf einem schmalen Pfad fast die gesamte Zeit am Gletscher entlang mit einigen Wahnsinnsaussichten. Für den Abenteuerfaktor sorgten eine nasse Flussüberquerung und zwei Hängebrücken, eine davon über 100m lang und über eine 70m tiefe Schlucht gespannt. Mit Höhenangst echt gruselig.
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Theresa beim Zelttrocknen

Tag 5: Grey Camp > Italiano Camp
19km, 6,5h
bewölkt mit Regen

Heute ging es an der Gletscherlagune mit ihren Eisbergen bis zum beeindruckenden Cerro Paine Grande. Das düstere Wetter trug dabei zur Ende-der-Welt-Stimmung bei und man fühlte sich angesichts der Naturgewalten mal wieder wie ein sehr kleines Licht…. oder aber als Teil von Frodos Gefährten auf dem Weg zum Schicksalsberg – je nach philosophischer Veranlagung ;-). An weiteren Lagunen vorbei wanderten wir durch diese eindrucksvolle Landschaft bis zum nächsten Camp am Fuße eines weiteren Gletschers, wo wir unser Zelt bei ungemütlichen Temperaturen im Wald aufschlugen.
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Tag 6: Italiano Camp > Valle Frances Aussichtspunkt > Los Cuernos Camp
17,5 km, 7h
bewölkt mit Regen

Früh morgens starteten wir zunächst mit leichtem Gepäck einen Stichweg hoch ins Valle Frances (französisches Tal) bis zum Aussichtspunkt Mirador Britanico, von wo aus man einen herrlichen Rundumblick auf die umliegenden Bergketten und das hübsche Tal hatte. Leider gönnte uns das patagonische Wetter allerdings nur einen verregneten Blick auf dieses Wunder der Natur. Auf dem gleichen Weg ging es zurück zum Camp, wo wir noch das Zelt abbauen und die verbleibenden 5km der heutigen Tagesetappe zurücklegen mussten.
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Tag 7: Los Cuernos Camp > Torres Camp <> Los Torres Aussichtspunkt
23km, 7,5h
Sonne mit ein paar Wolken

Am siebten Tag sollten wir endlich das große Highlight des Parks, die drei berühmten Türme, die Torres del Paine, erreichen. Morgens führte uns der Weg noch am Nordernskjöld See entlang bis wir den Aufstieg durchs tiefe Ascencio Tal hinauf zum Basiscamp meistern mussten. Gut trainiert, wie wir inzwischen waren, ging der Aufstieg ziemlich fix und bei Sonnenschein boten sich uns dort oben einmal mehr ein paar großartige Ausblicke!

Angesichts dieses schönen Wetters beschlossen wir nach Erreichen des Camps nur schnell das Zelt aufzustellen und die restlichen Höhenmeter hoch zur Torres Lagune zu laufen. Eigentlich war das zum Sonnenaufgang am nächsten Tag geplant, aber in Patagonien weiß man ja nie was einen wettertechnisch erwartet und so nutzt man klare Sicht lieber aus. Und es lohnte sich! Wir erwischten noch ein paar Sonnenstrahlen und konnten die spektakulären Türme samt grüner Lagune (zumindest kurz) ohne die fast standardmäßigen Nebelschwaden bewundern.
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Tag 8: Torres Camp > Los Torres Aussichtspunkt > Parkausgag
11km, 4,5h
Sonne Wolken Mix mit starkem Wind

Trotzdem wollten wir nicht auf den morgendlichen Aufstieg verzichten, um den berühmten Sonnenaufgang bei den Torres zu sehen, die sich von der Morgensonne rot färben. Wir hatten ein zweites Mal Glück, denn wieder zeigten sich die Torres bei klarer Sicht. Außerdem hatte es nachts noch geschneit und so hatten sich die Berge ringsum in Zuckergipfel verwandelt. Der gleiche Ort ganz anders…

Damit waren wir auch fast am Ende unseres Abenteuers. Es fehlte noch der Abstieg zum Parkausgang und wir hatten das “O” komplett.
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Die acht Tage waren wirklich der Wahnsinn und ließen uns die unglaubliche Natur Patagoniens hautnah erleben. Das rauhe Wetter, die Weite, die idyllischen Lagunen und spektakulären Gipfel….es war alles dabei!

Und auch ein paar neue Freunde haben wir gewonnen, mit denen wir abends in Puerto Natales noch einen gemütlichen Abend verbrachten und die Freuden der Zivilisation genossen: Rotwein und Holzofenpizza. Der perfekte Abschluss!
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Leckere Nachspeisen-Pizza

Nachdem wir mit den Vorbereitungen vorab so schnell waren und auch unsere Puffertage für schlechtes Wetter nicht eingelöst werden mussten, hatten wir überraschenderweise sechs Tage bis zu unserem Rückflug übrig. Spontan entschlossen wir uns daher, rüber nach Argentinien zu fahren und eine weitere Trekkingtour im zweiten berühmten Nationalpark Patagoniens – Parque Nacional Los Glaciares – zu machen. Nur schlappe 8 Stunden entfernt (das sind ja dort alles andere Distanzen) planten wir im Dunstkreis des Fitz Roy und Cerro Torre, einer der schönsten Berge weltweit, unser zweites Wildnis-Abenteuer zu starten.

12 Gedanken zu „Best of Patagonien – Das “O” von Torres del Paine“

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