Fitz Roy, Cerro Torre und der Pass des Windes

1.-5. April 2016: Mit dem Bus ging es über die Grenze nach Argentinien und weiter bis Calafate. Von dort ging es nochmal 3 Stunden weiter in das kleine Dorf El Chalten, am Fuße des Fitz Roys. An die Preise hier mussten wir uns erst noch gewöhnen, denn für die knapp 8 Stunden Fahrt waren über 50€ zu berappen. In den meisten Ländern Zentralamerikas wären dafür eher 8€ fällig gewesen. Ganz schöner “Kulturschock” 🙂

In El Chalten statteten wir uns erneut mit Verpflegung für 4 Tage in der Wildnis aus und versuchten das nötige Camping-Equipment aufzutreiben. Leider war es schon recht spät und keiner der noch offenen Läden hatte alles vorrätig. Erschwerend kam hinzu, dass für die Tour, die wir uns überlegt hatten, auch noch ein Klettergurt inkl. Karabiner etc. von Nöten waren. So dauerte es leider noch bis mittags am folgenden Tag bis wir alles zusammen hatten, unser Zeug an der Rangerstation vorzeigen konnten und die Erlaubnis bekamen loszuziehen.

Bei traumhaftem Sonnenschein stiegen wir hinauf zu unserem ersten Ziel, der Laguna de los tres. Dazu ging es vorbei an der Laguna Capri bis zum Poincenot-Camp. Dort deponierten wir unser schweres Gepäck und flitzten die letzten 500 Höhenmeter wie beflügelt hinauf. Am Aussichtspunkt angekommen hatten wir einen wahnsinns Blick auf die beiden Lagunen und den mächtigen Fitz Roy, der im Hintergrund über diese wachte. Erneut einer der Momente, der die Strapazen des Aufstiegs sofort vergessen lässt.
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Danach ging es zurück ins Poincenot-Camp, wo andere bereits ihr Zelt aufgestellt hatten. Wir wollten jedoch noch weiter zum Cerro Torre. Eigentlich eine weitere Tagesetappe entfernt, aber wir hatten ja leider nur ein paar Tage übrig… also Zähne zambeißen und los geht’s!
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Wir erreichten das Agostini-Camp und damit die Laguna de Torre sogar noch bei Tageslicht und konnten so einen spektakulären Sonnenuntergang über den Spitzen des Torre-Massivs genießen.
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Vielleicht sogar noch schöner war der folgende Sonnenaufgang, den wir mit offenen Mündern vom Ufer der Lagune aus bestaunten. Die superklare Sicht zusammen mit den kleinen Eisbergen, die in der Lagune umhertrieben, machten die Stimmung einfach einzigartig.
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Nachdem wir unser Luxus-Porridge (Haferflocken, Milchpulver, Zucker und Nesquick-Vanille) verspeist hatten und unseren Kram wieder verpackt hatten, legten wir das erste Mal unsere Klettergurte an, denn ein kleiner Fluß musste über ein gespanntes Seil überquert werden. Mit unseren schweren Rucksäcken eine echte Herausforderung, die wir aber mehr oder weniger elegant meisterten.
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Damit verließen wir auch den touristischen Teil unserer Tour, denn wir wollten von hier über einen Pass zur Laguna Toro kreuzen. Ein ziemlich anstrengender Anstieg und im Anschluss ein Abstieg über unbefestigtes Geröll. Unsere Orientierung war durchaus gefragt. Zum Glück haben wir ja langsam eine gewisse Erfahrung und so kamen wir gut klar :-).
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Die Lagune selbst war zwar lange nicht so schön wie die vorhergehenden, aber darum ging es uns diesmal auch nicht. Das Camp an der Lagune diente uns lediglich als Ausgangsbasis für eine Tageswanderung mit leichtem Gepäck zum Paso del Viento, dem Pass des Windes.
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Am nächsten Morgen war es dann soweit und wir machten uns mit unseren Klettergurten und warmen Sachen auf den Weg. Zunächst mussten wir erneut einen Fluß über eine kleine Schlucht überqueren. Diesmal aufgrund des besser gespannten Drahtseils aber eine deutlich einfachere Angelegenheit als noch am Vortag. Im Anschluss ging es am Rande zweier Gletscher entlang und später über Geröll hinauf zum Paso del Viento. Von hier hatten wir absolut klare Sicht auf das südliche Eisfeld, einen Gletscher der so gigantisch war, dass selbst der Grey-Gletscher im Torres del Paine Nationalpark dagegen wie Spielzeug aussah. Und das überraschenderweise ganz ohne Wind :-).
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Dieser meldete sich dann aber im Laufe des Abstiegs zu Wort und wurde immer stärker. Wir waren froh, frühzeitig wieder zurück im Camp zu sein, denn die Böen erreichten gefühlt bereits über 70km/h.
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Nach einer weiteren Nacht an der Lagune wartete am 4. Tag unserer Tour der Rückweg nach El Chalten auf uns. Eigentlich erwarteten wir eine entspannte, flache Wanderung, mussten aber wiederum einige hundert Höhenmeter über einen kleinen Pass zurücklegen. Dafür entschädigten erneut Fernsichten zurück ins Tal und auf der anderen Seite auf den riesigen Lago Viedma und El Chalten.
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Eine weitere wahnsinnig schöne Tour hier unten am Ende der Welt, die uns wirklich im Gedächtnis bleiben wird. Für uns war die Zeit damit leider auch abgelaufen, denn wir mussten zurück nach Puerto Natales. Wir kommen definitiv wieder, denn die raue und unwirtliche Natur Patagoniens hat es uns wirklich angetan. Auf jeden Fall eines der Highlights unserer gesamten Reise!

6 Gedanken zu „Fitz Roy, Cerro Torre und der Pass des Windes“

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