Slums und Streetfood in Mumbai

25. – 26. Oktober 2015: Mumbai war eigentlich die einzige indische Großstadt, die wir uns unbedingt anschauen wollten. Da wir Sikkim, unsere nächste Station, schon mit Flug und durch das Treffen mit meiner Schwester terminlich festgezurrt hatten, blieben uns zwei Tage, um Stadt zu erkunden.

Nach einer weiteren morgentlichen Ankunft mit dem Nachtbus gingen wir erst mal in einer typischen Mumbai-Eatery frühstücken, bevor wir uns mit den berüchtigten Vorstadtzügen (wir haben die Rushhour vermieden und mussten so nicht auf dem Dach mitfahren ;-)) in den Norden Mumbais aufmachten. Dort haben wir den Haji Ali Dargah, einen muslimischen Schrein, besucht, der nur über einen langen Damm bei Ebbe erreicht werden kann. Außerdem ist dort das Mahalaxmi Dhobi Ghat, wo Mumbais Wäsche gewaschen wird.
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Dann war es auch schon Zeit zum Treffpunkt für unsere Slumtour zu gehen. Ja richtig, Slumtour. Für vier Stunden wurden wir im Dharavi Slum herumgeführt – in sehr engen dunklen Gässchen mit überfüllten Wohnungen und in verschiedenen dort angesiedelten kleinen und größeren Produktionsstätten, wie z.B. Bäckereien, Töpfereien, Schneideren, Mülltrennung und -verwertung. Diese versorgen nicht nur Mumbai, sondern expotieren teilweise auch ins Ausland! Der Slum leistet einen nicht unbeträchtlichen Mehrwert zum BIP.

Allerdings handelte es sich auch um einen der besseren Slums, mit einer gewissen Infrastuktur, wo eine Wohnung doch auch monatlich 4.000 – 5.000 Rupien (50-70 EUR) kostet – viel Geld in Indien! Viele leben dort freiwillig und wollen aus dieser sehr engen Gemeinschaft auch nicht weg. Auf der anderen Seite leben dort auf 1,5 qkm ca. 1 Mio Menschen und 1.400 Menschen teilen sich eine Toilette…. schön ist sicherlich anders.

Man mag darüber diskutieren, ob solche Touren sinnvoll sind und unterstützt werden sollten, da sie ja ein Elendsviertel zur Touriattraktion machen und die Bewohner wie im Zoo angegafft bzw. fotografiert werden…. aber es gibt auch die andere Seite. Wir haben das Ganze z.B. mit Reality Tours gebucht, die das damit eingenommene Geld für Entwicklungs-Projekte im Slum verwenden und wo es generell eine No-Photo-Policy gibt (danke an Reality-Tours für deren Fotos unten). Uns hat auch ein Slumbewohner geführt, der die Leute dort kennt und es für sich als Riesenchance gesehen hat. Und letztenendes ist es nun mal ein sehr großer Bestandteil der indischen Kultur (von den 22 Mio. Einwohnern Mumbais, leben 60% in Slums!), über den wir viel gelernt und eine neue Perpektive bekommen haben. Wir waren aber auch einfach neugierig – gerade, wer Shantaram (ein tolles Buch, das in einem Slum von Mumbai spielt) gelesen hat, weiß vielleicht, was wir meinen.
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Im Anschluss hatten wir uns auch noch zu einer Streetfood-Tour mit dem gleichen Anbieter entschlossen. Wir waren ja eh schon total begeistert vom Essen und als Streetfood gibts in Indien nochmal ganz anderes Zeugs. Da wollten wir ein bisschen mehr einsteigen… und es hat sich gelohnt! Vom abendlichen Girgaum Chowpatty Strand voller Veggie-Fressbuden, über die älteste Eisdiele Mumbais, krassem Süßzeugs und dem fleischlastigen Snacks aus dem Muslimviertel war alles dabei und das gibts alles nicht bei unseren Indern in Deutschland! Wir haben uns den Bauch auf jeden Fall vollgeschlagen und auf der weiteren Reise durch Indien dann fleißig weiter bestellt. Und das ganz ohne Magenprobleme 😉
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Sev Puri, eine von Flos Lieblingsspeisen

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Kulfi, die indische Eiscreme

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Am nächsten Tag haben wir dann eher das “normalere” Touriprogramm gemacht und sind durch die architektonisch sehr schönen Viertel von Colaba und dem Fort geschlendert. Highlights sind das Gateway of India, das berühmte Taj Mahal Palace Hotel, die Uni, der High Court und natürlich der alte Bahnhof. Aber auch sonst gibts viele Art-Déco-Gebäude. Natürlich mussten wir auch ins chaotische und bunte Marktviertel und haben uns Gallerien und sogar auch mal ein Museum angeschaut.
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Kleine Anekdote am Rande: In Mumbai gibt’s Glücksstationen (zumindest haben wir sie so getauft), an denen Kühe angebunden sind, die man für kleines Geld mit beiliegenden Köstlichkeiten (meist Bananen oder Gras) füttern kann… Ergebnis: ein glücklicher Tag und gutes Karma 😉
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Den Tag haben wir natürlich mit indischem Essen abgeschlossen… aber davor waren wir noch zum Flanieren auf dem abendlichen Marine Drive, der hellerleuchtet funkelnden Uferpromenade, die daher auch Halskette der Königin genannt wird.
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FAZIT: Sehr sehr coole Stadt voller Gegensätze, wo es viel zu entdecken gibt, aber wesentlich unchaotischer als gedacht. Und geiles Essen.

6 Gedanken zu „Slums und Streetfood in Mumbai“

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