5.-6. August 2015: Das ist der Satz den wir hier, seit wir im Iran sind, täglich mehrmals zu hören bekommen. Doch alles der Reihe nach…
Von unserem Dreckloch-Hotel in Ashgabat machten wir uns früh morgens in Richtung iranischer Grenze auf (könnte ja mal wieder etwas länger dauern). Der Grenzübertritt war dann aber wirklich nicht der Rede wert und lief absolut reibungslos… nicht mal Fiebermessen. Bereits an der Grenze merkte man einen ersten kleinen Anflug der Gastfreundschaft der Iraner… ein kleines Lächeln hier, ein nettes “Welcome” dort… nichts großes aber irgendwie anders.
Auf der Suche nach einem Taxi war es mit diesem kurzen Exkurs aber gleich wieder vorbei. Taxi-Fahrer sind und bleiben weltweit einfach die größten Verbrecher. Nach zähen Verhandlungen fanden wir einen Fahrer, der uns für einen akzeptablen Preis nach Mashad, unserem Tagesziel, fahren wollte. Natürlich wurde dann am Ende doch wieder mehr verlangt, weil man ja nicht nur zur Stadtgrenze sondern auch wirklich IN die Stadt wollte. Einfach lächerlich aber vor allem wenn man gerade erst im Land angekommen ist, fehlt einem das Gefühl für die Preise und die örtlichen Gepflogenheiten…. also zahlen und lächeln…
In der Stadt angekommen ließen wir es erstmal langsam angehen. Nachdem das erste Geld getauscht und eine lokale SIM-Karte für’s Handy gekauft war, fühlten wir uns schon fast wie Einheimische. Hier Kosten 2,5GB übrigens nur ca. 3$ und das ganz ohne Vertrag… da könnten sich die Anbieter in Deutschland mal ne Scheibe von abschneiden. Aber dafür sind viele Seiten, wie Facebook oder Emailaccounts, geblockt und das mit den VPNs klappt leider nicht so recht… Als Belohnung genehmigten wir uns den ersten leckeren Fruchtsaft und eine einheimische Spezialität aus Eis und Nüssen.

Im Anschluss versuchten wir die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt, bzw. generell für den Islam, zu besichtigen. Der Haram-e Razavi Schrein ist mit jährlich ca. 20 Mio. Besuchern nach Mekka die zweitgrößte Pilgerstätte des Islam. Gerne hätten wir gesehen wie sich die Leute um den Schrein drängen, in Tränen ausbrechen und stundenlang dort beten, aber als Nicht-Moslems wollte man uns leider nicht in das heiligste Innere lassen. Bereits am Eingang, als Theresa sich ihren Chador (den schwarzen Kittel) ausleihen wollte, wurde sie abgepasst und auf einen Stuhl gesetzt. Weiter durften wir dann erst als nach ca. 10min. ein Guide kam, der uns durch den Komplex führen sollte. Ich würde das Ganze eher “Aufpasser” nennen, denn wo gibt’s bitte Gratis-Guides für sowas? Die Leute waren dann aber sehr bemüht und nett und so gab es am Ende wegen dem Fotografierverbot noch einen Stapel Postkarten mit nach Hause. Insgesamt waren wir natürlich trotzdem enttäuscht, da wir außer netten Innenhöfen und Massen von Pilgern den eigentlichen Schrein nicht sehen durften.
Am nächsten Morgen standen wir bereits um 5Uhr morgens auf, um mit dem Bus ins nahe gelegene Kang zu fahren. Eigentlich war es bereits 4:30Uhr, weil ich vergessen hatte die Uhr am Handy auf die iranische Zeit umzustellen… Theresa war wenig begeistert als ich das am Straßenrand feststellte. Kang ist ein kleines Dörfchen, das überwiegend aus alten Lehmhäusern besteht, die treppenförmig an einen Hang gebaut sind.




Nachdem wir dieses erkundet hatten, tranken wir noch einen viel zu teuren Tee (wie gesagt, uns fehlte noch das Gefühl für die Preise) und machten uns danach auf, über einen kleinen Gebirgspass, hinüber ins Nachbardorf zu laufen. Von dort ging es mit dem Bus wieder zurück nach Mashhad um den Nachtbus für die knapp 900km nach Yazd zu erwischen.


