“Going local” in Yazd

7.-9. August 2015: Nach unserer ersten Nachtbusfahrt der Reise kamen wir etwas gerädert morgens in Yazd an. Die letzten 14 Stunden verbrachten wir und besonders ich irgendwo zwischen Schlafen, Dösen und vor allem Umherwelzen. Ich muss aber zugeben, dass die Busse hier deutlich komfortabler sind als wir das aus Deutschland gewohnt waren. Sogar ich hatte ausreichend Beinfreiheit und ein paar kleine (eklige) Waffelsnacks gab es auch.

Bezüglich unserer Unterkunft hatten wir uns diesmal vorher schon Gedanken gemacht. Nachdem die Preise hier im Iran gerade für Unterkunft deutlich höher sind als z.B. in Kirgistan und auch weil wir einen Kontakt in Yazd von 2 netten Italienern bekommen hatten, entschlossen wir uns Couchsurfing auszuprobieren.

Für alle die es nicht kennen: Couchsurfing ist eine internationale Online-Community bei der die Leute sich gegenseitig umsonst bei sich wohnen lassen. Es geht zum einen darum Reisen für mehr Leute erschwinglich zu machen, aber natürlich auch um den viel engeren Kontakt zu den Einheimischen. Man bekommt nicht nur die touristischen Highlights mit, sondern bekommt einen echten Einblick in das lokale Leben.

War hatten dann sogar 2 sogenannte “Hosts” in Yadz. Ein junger Student, der uns bereits vom Busbahnhof abholte und tagsüber die Stadt zeigte und eine etwas ältere Dame, bei der wir wohnen konnten. Beide kümmerten sich rührend um uns, so dass wir stellenweise schon ein schlechtes Gewissen hatten. Eine solche Gastfreundschaft ist man aus Europa einfach nicht gewohnt. Während wir mit Reza und seinen Freunden die Stadt unsicher machten, wurden wir z.B. dazu genötigt die lokale süße Spezialität “Falude Shiraz” zu probieren. Eine Art süße, kalte Suppe in der weiße Nudeln aus Was-weiß-ich schwimmen. Leider war auch eine Art Rosenwasser drin, was uns beiden eher weniger schmeckte.
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Davor hatten wir zusammen noch das Wassermuseum besucht, in dem erklärt wird wie das Bewässerungssystem einer Wüstenstadt wie Yazd damals und auch zu großen Teilen heute noch funktioniert. So werden unterirdische Quellen gesucht, die höher als das eigene Haus liegen müssen. Von dieser aus werden dann “Qanads”, das sind kleine Tunnel, gegraben durch die später das Wasser fließt. Um gegen die enorme Hitze anzukommen finden sich in der Stadt auch immer noch viele Windfallen, d.h. Türme, die den Wind über der Stadt durch Öffnungen “einfangen” und dann nach unten in die Häuser leiten. Meist mündet dieser Ausgang dann über einen der Qanads. Das Wasser sorgt dafür, dass die einströmende Luft gekühlt wird und sich dann im Haus verteilt. Ziemlich geile Klimaanlage, wenn man sich überlegt wie alt das alles ist.
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Abends marschierten wir noch die “Towers of Silence” am Stadtrand hinauf, von denen wir einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge hatten. Bis vor 40 Jahren war es Brauch, die Toten der Stadt auf den Gipfel zu legen. Dort wurden sie dann von Vögeln im Laufe der Zeit bis auf die Knochen abgenagt. Achja, wichtig war dabei noch ob das linke oder rechte Auge zuerst gefressen wird… warum, haben wir beide nicht so ganz verstanden.
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Am nächsten Morgen machten wir dann eine Touri-Tour zu den Dörfern Karanagh, Chak Chak und Meybod. Die Tour hat uns sehr gute gefallen weil die 3 Spots alle sehr unterschiedlich waren. Karanagh war ein altes, verfallenes Lehmdorf, auf dessen Dächern wir rumgeklettert sind. Das machte uns dann soviel Spaß, dass wir die Zeit völlig vergaßen und sogar unser Fahrer sich bereits auf die Suche nach uns machte. Chak Chak ist eigentlich kein Dorf, sondern eine Pilgerstätte. Den Grund wieso die Leute dorthin pilgern erspare ich Euch, aber soviel sei gesagt… er ist ziemlich schwachsinnig. Trotzdem war es nett, weil der Ort steil am Berg liegt und man von da oben eine schöne Aussicht hatte. Im letzten Ort besuchten wir dann noch eine alte Burg und eine Art Taubengebäude. Insgesamt auf jeden Fall ein Trip, der sich gelohnt hat.
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Am späten Nachmittag sind Theresa und ich dann noch ins lokale Fitnessstudio gegangen und haben uns dort das traditionelle Training angeschaut. Viele Touristen aber auch echt spannend und ein bisschen witzig.
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Fast schon wie daheim mit den Lederhosen 😉
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Abends wurden wir dann noch von unserer Gastgeberin super lecker bekocht und auch das Frühstück war übrigens immer ausgezeichnet. Rührei mit etwas Zimt und frischen Datteln… geile Sache, unbedingt ausprobieren!! Am nächsten Tag war der Abschied von dieser herzensguten Seele in Richtung Kerman dann fast schon etwas traurig…
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