9.-10. August 2015: Mitten auf der Strecke zwischen Yazd und Kerman befindet sich Meymand, ein kleines Bergdörfchen, in dem es keine Häuser gibt, sondern die Menschen in Höhlen leben. Im Winter hat das Dorf knapp 150 Einwohner, während im Sommer, wenn die Nomaden unterwegs sind, nur knapp 35, in der Regel sehr alte Seelen anzutreffen sind. Das Dorf erinnerte uns beide sehr stark an das Auenland bzw. das Hobbit-Dorf aus “Herr der Ringe” nach einer langanhaltenden Dürre-Periode. Knapp 2800 Höhlen bzw. Räume soll es hier geben, einige davon älter als 4000 Jahre…. gezählt haben wir es nicht, aber es waren schon viele.




Auf unserem ersten kleinen Rundgang durch das Dorf drückte uns eine dieser älteren Einwohner einfach 2 große Flaschen voll Wasser in die Hände und schickte uns in perfektem Farsi in unterschiedliche Richtungen im Dorf. Verstanden haben wir zwar nichts, aber lautstark und überzeugend war es trotzdem. So lief ich dann mit meinem Behälter in die angezeigte Richtung. Gerade als ich den Behälter am Ende des Dorfs auf einen erhöhten Stein stellen wollte, hörte ich die Dame bereits erneut krakelen. Ich war bereits etwas zu weit gelaufen, aber mit Hilfe der erneuten Richtungskorrektur fand ich dann das richtige Haus bzw. den richtigen Höhleneingang, an dem das Wasser abgeliefert werden sollte. Zur Belohnung gab es dann sogar noch ein paar leckere Datteln für uns. Naja… hier wird auf jeden Fall etwas für die Ausländerintegration getan… man bekommt direkt Arbeit 😉

Ein paar der Höhlen wurden zu einem Guesthouse umfunktioniert, in dem wir die folgende Nacht verbrachten. Die Decken sind deshalb so schwarz, weil nach dem Bau der Höhlen darin ein starkes Feuer gemacht wurde, um die lehmige Bausubstanz zu festigen. Alle meine Häusle-Bauer-Arbeitskollegen werden da angesichts der fehlenden Isolations-Ziegel und Luftwärmepumpe sicher den Kopf schütteln, aber hier sind die Dinge noch einfach 😉


Am nächsten Morgen machten wir noch eine kleine Wanderung auf einen der angrenzenden Berge, bevor wir gegen Mittag unsere Weiterfahrt nach Kerman antraten.



