3. August 2015: Nach unseren Erfahrungen an der usbekisch-kirgisischen Grenze fürchteten wir den bevorstehenden Grenzübertritt besonders. Auf der einen Seite die bereits bekannten foto- und medikamenten-affinen Usbeken und auf der anderen Seite das absolut Unbekannte, das diktatorische Turkmenistan. Bereits am Visum sind viele andere Traveller, die wir trafen, gescheitert. Da standen wir also vor der wohl härtesten Grenze unserer gesamten Reise. Würde alles glatt gehen? Die Geschichten die wir im Voraus gehört hatten verhießen nichts gutes… von stundenlangen Verhöhren bis hin zum Löschen aller Fotos war so einiges dabei. Den USB-Stick mit allen Fotos als Backup im Kulturbeutel verstaut, waren wir gut vorbereitet… Augen zu und durch…
Zu unserem Erstaunen waren die Usbeken diesmal echt unspektakulär. Vielleicht lag es an der frühen Uhrzeit, daran das wir diesmal das Land verließen oder einfach an der Faulheit der Beamten, aber wir wurden einfach durchgewunken. Nach weniger als 30min verließen wir das Gebäude in Richtung Turkmenistan, nur um 50m weiter vor einem verschlossenen Grenzzaun zu stehen. Da standen wir also im Niemandsland und wussten nicht so Recht was los ist. Die usbekischen Soldaten schienen uns auch nicht wirklich weiterhelfen zu wollen. Nach wenigen Minuten kam dann aber ein kleiner Minibus und die ausgestiegenen Soldaten öffneten uns das Tor. Der Minibus fuhr uns dann für den ersten Dollar die 300m zum turkmenischen Grenzgebäude. Eigentlich wären wir lieber zu Fuß gegangen, um uns das Geld zu sparen. Allerdings wollten wir es uns nicht schon am Anfang mit den Grenzern verscherzen.
Nach einer ersten Grobkontrolle des Visums ging es mal wieder zum Doc… Fiebermessen – kannten wir ja schon von den Usbeken. Der nächste Typ war dann schon etwas spezieller und befragte uns nach unserer Reiseroute durch Turkmenistan. Nachdem wir nur ein Transit-Visum hatten, welches nicht zur Besichtigung touristischer Sehenswürdigkeiten berechtigt, wurde uns nahegelegt (manche nennen es vielleicht auch verboten… is halt Auslegungssache *g*) nicht wie geplant nach Konye Urgench zu fahren sondern den direkten Weg in Richtung Iran zu nehmen. An der Grenze hatten wir das erstmal so hingenommen 😉 Danach nahm mich der selbe Typ noch sehr genau in Augenschein und verglich immer wieder Passbild und Realität. Irgendwie schien ihm mein Bart (ja, ich versuchs tatsächlich mal) in Kombination mit den Muttermalen nicht zu passen… vielleicht hat er auch nur gehofft etwas Bakshish abzustauben. Durchgelassen hat er uns dann trotzdem…
Weiter gings zur Gepäckkontrolle. Diese war dann wie ein Deja vu der usbekischen Einreise. Trotz Röntgengerät – Hauptsache alles wird einmal ausgepackt. Besonders Theresa’s Schnorchel hatte es ihnen diesmal angetan. Wie ein Ufo wurde das Teil beäugt und untereinander getuschelt, bis Theresa sich ein Herz fasste und pantomimisch im Grenzgebäude schnorchelte. Für mich sehr lustig anzuschauen und von Vorteil, da ich mir die Erklärung damit sparen konnte.
Geschafft!!! … Dachten wir zumindest, bis der letzte Wachmann außerhalb des Gebäudes dann noch ein kleines “present for a soldier” haben wollte. Wir haben ihn dann mit 3 Pflaumen und ner kleinen Tüte Keksbrösel abgespeist und waren tatsächlich in Turkmenistan!!
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