Khiva und die 50 Qalas

30. Juli – 3. August 2015: Nach einer langen heißen Taxifahrt durch die Kysylkum Wüste erreichen wir die dritte der drei berühmten Seidenstraßenstädte in Usbekistan und werden nicht enttäuscht! Khiva ist die kleinste der drei und hat den Ruf eine Museumsstadt zu sein. Und tatsächlich hat sie nochmal einen ganz anderen Charme als das moderne Samarkand und das lebendige Bukhara.

Die Altstadt ist komplett von der alten Stadtmauer umgeben und innerhalb fühlen wir uns in ein Märchen von 1001 Nacht versetzt: alles besteht aus Lehm und die Paläste, Moscheen, Mädressen und Mausoleen sind bestens erhalten. Außerdem befindet sich hier das mit 57m höchste Minarett Usbekistans – von dem man nach einem abenteuerlichen Aufstieg einen herrlichen Blick über die Altstadt, Neustadt und umliegende Wüste hat. Das Kalta Minor Minarett dagegen wurde nie fertig gestellt und ist heute als “Stumpen” das Wahrzeichen der Stadt.

Wir verbringen einen Tag damit, in den Sträßchen herumzulaufen und die kleinen – mehr oder weniger 😉 – interessanten Museen zu erkunden, die in den verschiedenen historischen Gebäuden untergebracht sind. Und natürlich darf auch ein Besuch auf dem Basar nicht fehlen!

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Und was ist wohl das meistverkaufte Souvenir in der Wüstenstadt!? Richtig – riesige Fellmützen aller Art. Denn den 40 Grad im Sommer folgen hier minus 25 Grad im Winter…

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Elliq Qala

Neben der historischen Altstadt gibt es in der Wüste um die Stadt herum die sogenannten Qalas – Lehmforts mitunter aus dem 1.Jahrhundert, von denen bisher nur ca.20 der vermutlich über 50 Stück entdeckt wurden. Teilweise ist nicht viel mehr als ein größerer Lehmberg übrig geblieben, aber trotzdem macht es Spaß auch bei 47°C Indianer-Jones-mäßig diese Überbleibsel zu erkunden.
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Nukus – Ausflug nach Karakalpakstan

Der zweite Ausflug führt uns nach Nukus, ins entlegene Karakalpakstan. Nie gehört?! Der Lonely Planet startet den Artikel über die Region folgendermaßen “If you are attracted to desolation, you’ll love the republic of Karakalpakstan”. Falls ihr euch jetzt fragt, warum wir dorthin fahren, hier die Erklärung: es gibt dort das berühmte Savitsky-Museum. Igor Savitsky verbrachte knapp 20 Jahre seines Lebens damit, 80 000 Ausstellungsstücke zu sammeln, die heute teilweise in dem Museum ausgestellt sind. Darunter befinden sich Kunstgegenstände und – handwerk aus der Region, aber vor allem die Gemälde und Zeichnungen aus den 20er und 30er Jahren sind interessant. Diese stammen von Russen und russisch-stämmigen Usbeken, die unter Stalin verfolgt wurden, da sie nicht den sowjetischen Idealen entsprachen und von Savitsky im Untergrund gesammelt wurden.

In einer über zweistündigen Führung erfahren wir mehr über die Hintergründe des Museums, die Lebensläufe der Künstler und Anekdoten über einzelne Gemälde, so dass selbst Flo als alter Kunstbanause am Ende positiv überrascht ist. Alles in allem wirklich ein Highlight in Usbekistan!

Allerdings hat die komplizierte vierstündige Anreise (einfach!), im teilweise vollen Shared Taxi (siehe Foto) den Tag dann doch zu einem anstrengenden Ausflug gemacht, den wir so vermutlich nicht gemacht hätten. Doch wir hatten Khiva schon ausführlich erkundet und die Turkmenen hatten mit dem generell fixem Datum fürs Visum und einem kurzfristig geschlossenen Grenzübergang unsere ursprünglichen Pläne geändert… dazu dann aber mehr im nächsten Kapitel 🙂
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