18.-20. Mai 2016: Von Leticia aus ging es mit dem Speedboat, quasi dem Amazonas-Bus, ca. 2 Stunden flußaufwärts bis ins kleine Örtchen Puerto Nariño. Wir erhofften uns vielleicht von hier aus noch den ein oder anderen günstigen Trip in den Dschungel starten zu können, aber auch das Städtchen an sich ist ein deutlich entspannteres Fleckchen Erde als Leticia. Es ist das ökologische Vorbild der gesamten Region. Der Müll wird getrennt, das Regenwasser wird genutzt und Autos gibt es bis auf einen Krankenwagen auch keine.



Auch die Ausflüge waren deutlich günstiger als noch in Leticia und so unternahmen wir nach unserer Ankunft noch eine Bootstour zum Tarapoto See. Dort erkundeten wir die grüne Kulisse in den Seitenarmen des Amazonas, fuhren mit dem Boot durch den aktuell noch überschwemmten Urwald, schwammen im See und suchten am Ende noch die berühmten rosafarbenen Süßwasser-Delfine. Ehrlich gesagt sehen diese im Vergleich zu ihren sonstigen Artgenossen eher hässlich und ungelenk aus.





























Die Legende der indigenen Einheimischen besagt, dass einst nur verstreute kleine Gemeinschaften existierten. Diese feierten mehrtägige Geburtstagsfeste, wenn eines der Mädchen zur Frau wurde. Eines Tages erschien ein elegant gekleideter rosahäutiger Señor auf einer dieser Festivitäten und bat darum mitfeiern zu dürfen. Er betrank sich jedoch nicht wie die anderen. Am nächsten Tag erwachten alle von ihrem Rausch, das Mädchen war jedoch verschwunden. Als sich herumsprach, dass auch andere Mädchen unter den gleichen Umständen verschwunden waren, beschlossen die Leute niemanden mehr mitfeiern zu lassen, der nicht trank. Als wieder eine Feier im Gange war, erschien am zweiten Tag der Señor und wollte mitfeiern. Nachdem er nicht trinken wollte, sollte er das Fest verlassen, woraufhin er nach einigem Hin und Her mit trank. Er verfiel jedoch in Panik, als er am nächsten Morgen im Dorf erwachte, rannte schnell zum Amazonas und sprang hinein. Kurz darauf tauchte er als rosa Delfin wieder auf…
Tags drauf unternahmen wir zu Fuß noch eine kleine Dschungeltour zu einer Fischzucht. Im zugehörigen Weiher konnte man neben Schildkröten und Kaimanen auch die größte Süßwasserfischart der Welt bestaunen, der Pirarucú. Ausgewachsene Tiere können es auf bis zu 4m bringen. Das Exemplar im Teich war mit seinen 1,8m daher eher ein windiges Hemd ;-). Nur mit einer Angelschnur und mehr oder weniger geeigneten Ködern bewaffnet, konnten wir im Anschluss noch unsere eigenen Fische (eine andere Sorte ;-)) fangen, die uns danach zum Mittagessen kredenzt wurden. Lecker war’s!



































Mehr Zeit hatten wir hier auch nicht, das entspannte Dorfleben zu genießen, denn wir mussten uns noch in Leticia um die Einreiseformalitäten für unsere bevorstehende Reise nach Brasilien kümmern.