18.-19. April 2016: Wir saßen noch in Kolumbien beim Frühstück als wir vom Erdbeben in Ecuador hörten… was für ein Timing! Am nächsten Tag sollte es für uns nach Quito gehen und nun ausgerechnet das. Natürlich erreichten uns sofort nervöse Nachrichten von zuhause und wir wussten auch nicht so recht, was wir nun erwarten durften. Aber der Flug war nun einmal gebucht und so beschlossen wir, uns vor Ort in Quito (weit weg vom Epizentrum) erst einmal selbst ein Bild der Lage zu machen und dann die Reiseroute entsprechend anzupassen. Alles in allem ein ziemlich turbulenter Start unseres nächsten Reiseabschnitts.
So landeten wir am nächsten Nachmittag mit etwas gemischten Gefühlen in einer der höchst-gelegenen (fast 3.000m) Hauptstädte der Welt, wo sich die Situation als noch sehr unübersichtlich darstellte, aber für uns erst einmal kein Risiko barg. Die Küste hatte es jedoch sehr hart getroffen, viele Menschen waren gestorben oder obdachlos und es herrschte noch ziemliches Chaos. Mal abgesehen davon, dass wir diesen Teil des Landes von der Reiseroute streichen würden, mussten wir die Lage also auch weiterhin im Blick behalten.
Von der Geographie her lässt sich Ecuador grob in vier Regionen einteilen: die Küstenregion, den Dschungel (Oriente), das Andenhochland und die Galapagos Inseln. Auf die letzteren zwei wollten wir uns fokussieren, denn das schienen uns die Bereiche zu sein, die Ecuador als Reiseland besonders ausmachten.
Damit hatten wir aber auch eine wichtige Aufgabe für die ersten Tage in Quito: die Orga unseres Trips nach Galapagos… last minute, versteht sich, denn sonst ist das Ganze einfach unbezahlbar! Glücklicherweise klappte das trotz einiger ausgebuchter Boote doch recht schnell und so hatten wir schon nach einem Tag Zeitinvestment unsere Tickets für eine Kreuzfahrt durch das Archipel in derTasche. Unfassbar, wir würden auf die berühmten Galapagos Inseln fliegen :-):-):-)!
Aber eins nach dem anderen. Erst einmal waren wir ja in Quito und wollten uns diese angeblich schönste Hauptstadt Lateinamerikas anschauen. Mal wieder mit kolonialem Flair und umgeben von Vulkanen war es diesmal aber doch primär eine Megacity, die neben der hübschen Altstadt eine moderne Neustadt (Mariscal), viel Verkehr und dichte Wohnviertel bot.
Wir verbrachten einen Tag in den Gassen der Altstadt und ließen die vielen Plätze, Kopfsteinplasterstraßen und vor allem die vielen, vielen Kirchen (teilweise wirkliche Schmuckstücke) auf uns wirken. Dabei merkte man, dass Ecuador ziemlich religiös ist bzw. stark missioniert wurde.




























Ein frisch gepresster Saft, leckerer Kuchen, Kekse und ein plato del dia (Tagesgericht/ Mittagstisch) auf dem zentralen Markt durften bei diesem Stadtbummel natürlich auch nicht fehlen… und die lokale Spezialität schon zweimal nicht: der Canelazo, ein Apfel/Zimt-Mix mit hochprozentigem Aguadiente (einheimischem Schnaps, hin und wieder aus einer Plastikflsche ausgeschenkt), ist wirklich das ideale Getränk bei den kühleren Temperaturen dieser Höhe ;-).

Zuletzt besuchten wir noch die Capilla del Hombre, das Lebenswerk des wichtigsten ecuadorianischen Künstlers des 20.Jahrhunderts, Oswaldo Guayasamín. Auf einem der Hügel der Stadt kann man sein ehemaliges Wohnhaus und diese “Kapelle”, einen beeindruckenden, wenn auch etwas bizarren Prachtbau voller riesiger Gemälde besuchen. (Fotografieren leider verboten).


Von Quito aus begannen wir dann unsere Reise durch die Anden zunächst gen Norden, nach Otavalo.