Fort Cochin – Koloniale Schwitzstube

12. – 15. Oktober 2015: Wir kamen erst abends im Greenwoods Bethlehem Homestay in Fort Cochin an, das wohl vom nettesten Ehepaar geführt wird, das man sich nur irgendwie vorstellen kann. Zur Begrüßung gab es erstmal selbstgebackenen Kuchen und eine Tasse Tee. Bei diesem feucht-heißen Klima war uns eigentlich nur bedingt nach Tee, aber das Angebot nahmen wir natürlich dankend an. Dazu gabs eine tolle Dachterrasse und einen urwaldartigen großen Garten – supercool!
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Am nächsten Morgen begannen wir dann zunächst zu Fuß dieses vor allem portugiesisch geprägte Kolonialsädtchen zu erkunden. Es ging vorbei an den chinesischen Fischernetzen und durch die Straßen und Gassen, die von schönen Kolonialbauten durchzogen waren. Der portugiesische und britische Einfluss war allgegenwärtig, aber es gab auch uralte Moscheen, ein jüdisches Viertel und das Ganze an der tropischen Malabarküste, also ein bunter Mix.
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Nachmittags schauten wir uns eine Vorführung der südindischen Kampfsportkünste Kalarppayat an, gefolgt von einer Art traditionellem Theater, das sich Kathakali nennt. Meist dauern diese Darbietungen an die 10 Stunden und sind eher ritueller Art im Rahmen eines Tempelfestivals. Es wird die Ramayana aufgeführt, ein hinduistischer Helden- und Götterepos, wobei nur durch Mimik und Körpersprache die einzelnen Geschichten erzählt werden. Wir bekamen hier allerdings nur einen einstündigen Auszug inkl. vorhergehender langwieriger Schminkprozedur zu sehen.
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Die 3 Schauspieler zu Beginn

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Die 3 Charaktere beinahe fertig: Nakrathundy (schwarze Dämonin), Lalitha (gelb, hübsches Mädchen) und Jayanthan (grün, mutiger Krieger)

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Am nächsten Tag erkundeten wir weiter die Stadt, entschieden uns aber diesmal dafür, Fahrräder zu leihen. Neben weiteren verschlafenen Kolonialstraßen und Gässchen schauten wir z.B. beim Gewürzmarkt, im Jaintempel mit seiner berühmten Taubenfütterung, im alten jüdischen Viertel mit seiner Synagoge und dem Mattancherry Palast vorbei. Und natürlich wurde auch wieder ein Thali, eine komplette indische Mahlzeit mit Reis, Roti, Dhal, Curries, Pappadam, Jogurt etc. (alles auf einem großen Teller oder auch Bananenblatt serviert) geschlemmt.
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Am letzten Abend ließen wir uns noch zu einem Tempel außerhalb der Stadt fahren, weil wir gehört hatten das dort eine traditionelle Kathakali-Vorführung stattfinden soll. Als wir ankamen war gerade eine Puja (eine Zeremonie) im Gang bei der mit viel Lärm, Musik und sogar einem Elefanten um das heiligste Innere herum prozessiert wurde. Zu späterer Stunde begann dann das Kathakali, wieder mit vorangehender Schminkprozedur, diesmal jedoch wie oben erwähnt in der Vollversion…. Flo war hier nicht für eine ganze Nacht Augenklimpern und Trommelklänge zu haben, so dass wir uns auch diesmal nur mit einem kleinen Ausschnitt begnügten.
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In den meisten Tempeln heißt es “shoes off” was uns fast zum Verhängnis geworden wäre, denn als wir nach einigen Stunden gegen 1 Uhr zur Garderobe zurückkamen, mussten wir feststellen, dass diese bereits geschlossen hatte. Nachdem wir aber bereits am nächsten Morgen weiter wollten und nicht ohne unsere Flipflops abreisen wollten, veranstalten wir mit unserem Tuktuk-Fahrer so lange Radau, bis schließlich ein verschlafener Wächter angeschlürft kam, um uns unsere Schuhe auszuhändigen. Das ordentliche Trinkgeld, das wir ihm geben wollten, lehnte er aber vehement ab. Ganz schön anständig…

Kochi hat uns insgesamt super gefallen. Trotzdem hieß es am nächsten Morgen Abschied nehmen und wir machten wir uns daran, die berühmten Kerala-Backwaters zu erkunden…

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