29. – 30. Dezember 2015: Im Gegensatz zu Indien oder dem Iran ist Neuseeland glücklicherweise ein eher kleines Land. Wir erreichten daher schon nach wenigen Stunden die vulkanisch extrem aktive Gegend um Rotorua. Am Ende der Fahrt gelang es mir bereits häufiger den Blinker zu setzen anstatt den Scheibenwischer anzuschalten (ja, auch die Hebel sind dummerweise vertauscht).
Nachdem es schon relativ spät war, begnügten wir uns damit, einen kleinen Thermalpark direkt innerhalb der Ortschaft zu erkunden. Hier sahen wir die ersten brodelnden Schlammtümpel und kamen auch das erste Mal in den Genuss des typischen schwefligen Geruchs nach faulen Eiern.



Im Anschluss fuhren wir zu unserer ersten Bleibe für die Nacht, einem Campingplatz am nahegelegenen Okareka-See. Wildcampen (irgendwo hinstellen) ist in vielen Regionen nämlich nicht so angesagt, vor allem wenn der Camper, so wie unserer, nicht “self-contained” ist (d.h. über keine eigene Toilette und einen Abwassertank verfügt). Am See angekommen stellten wir gleich mal unsere Stühle und unseren Tisch auf, genossen das Abendlicht in toller Kulisse und machten uns die erste Pulle Wein seit knapp 6 Monaten auf. Ein wunderschöner Start in diesem unbekannten Land!



Nach unserer ersten Nacht im Camper, die komfortabler ausfiel als wir dachten, starteten wir früh, denn wir wollten den berühmten Geysir-Ausbruch im Waiotapu Park sehen, der täglich morgens stattfindet. Da saßen wir dann mit einer riesigen Menge anderer Touristen und warteten auf die Fontäne aus heißem Wasser und Dampf. Bis dahin gab es allerdings nur japanische Touristen zu bestaunen, die sich lautstark über andere Touristen, die ihnen die Sicht versperrten, beschwerten. Durchaus spannend, aber nicht das, weshalb wir dort waren. Schließlich kam dann ein Guide, hielt eine kurze Ansprache, schmiss ein Stück Seife in den Geysir und ein paar Minuten später gab es dann tatsächlich eine schaumige Fontäne. Die Seife bewirkt wohl, dass die Oberflächenspannung des kalten Wassers, das oberhalb des heißen Wassers liegt, gesenkt wird und das heiße Wasser so nach oben schießen kann.



Joa, kann man sich anschauen, muss man aber nicht. Leider wollten im Anschluss alle gleichzeitig zum Hauptteil des Parkes fahren und so standen wir direkt mal im Stau. An der ersten Kreuzung nahmen wir dann Reißaus mit dem Plan es nachmittags erneut zu versuchen.
In der Zwischenzeit besuchten wir einen anderen Park, das Waimangu-Tal. Hier liefen wir einen wunderschön angelegten Pfad, der uns immer wieder mit tollen Aussichten auf brodelnde Wasserstellen und farbenfrohe Ufer, eingebettet in grünen Wald, verwöhnte. Vom Ende des Weges, dem Lake Rotomahana, konnte man dann per Bus zurück zum Anfang des Parks fahren.














Auch der zweite Versuch im Waiotapu-Park war dann ein Gewinnerlos, denn der Park war schon relativ leer und landschaftlich nochmal ganz anders als in Waimangu. Vor allem der “Champagner-Pool” mit seinen vielen unterschiedlichen Rot-, Türkis-, Gelb- und Brauntönen war wirklich einmalig. Quasi wie eine ganze Farbpalette!












Wir waren am Ende froh, nicht nur einen dieser Thermalparks angeschaut zu haben, sondern das Geld für beide Eintrittskarten investiert zu haben.
Kurzentschlossen starteten wir dann am Nachmittag, eigentlich schon fast zu spät, erneut unser PS-Monster und fuhren noch los in Richtung Tongariro-Nationalpark. Auf dem Weg stoppten wir noch kurz am Tauposee und bei einem kleinen Thermalbad, um uns dort in den heißen Quellen etwas zu entspannen und eine eiskalte(!) Dusche zu nehmen. Das war auch nötig, denn die staatlichen und damit günstigen Campingplätze bieten nicht viel mehr als ein Plumpsklo.