Ein Tag in Tehran

27.August: Nachdem wir nicht so recht Lust auf eine heiße Großstadt hatten, beschlossen wir unseren Besuch in Tehran eher kurz zu halten und kamen somit erst morgens am Tag unseres Abflugs und nach einer weiteren Nachtfahrt in der Stadt an. Der Plan war, einen Deal mit einem Hotel zu schließen, um dort unser Gepäck lassen zu können und nochmal zu duschen bevor wir uns auf die nächste große Reise begeben.

Das klappte dann auch tatsächlich ganz gut und kurz darauf waren wir auch schon auf Erkundungstour in Tehran. Nach all den Moscheen und Palästen, die wir nun schon gesehen hatten, wollten wir uns hier eher auf die jüngere Vergangenheit des Iran und die modernen Seiten der Stadt fokussieren.

Das Ebrat Museum bzw. das Foltergefängsnis des Shah war der erste Halt auf unserer Tour. Sicherlich nicht das “schöne” Sightseeing, aber sehr interessant und ein Meisterstück der iranischen Propaganda! Das Gefängnis wurde in den 30ern von Deutschen entworfen und so konstruiert, dass der Schall nicht nach außen dringen kann. Man kann die dunklen Zellen und Folterkammern der SAVAK (der Geheimpolozei) besichtigen, in denen mit lebensechten Wachsfiguren sehr bildhaft die verschiedenen Foltermethoden dargestellt werden. Echt makaber!
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In einem Film werden diese parallel erklärt und Überlebende berichten von ihren schrecklichen Erlebnissen – illustriert mit blutigen Comics und nachgestellten Filmszenen….Dort wird auch erklärt, dass natürlich Israel, die USA und der Westen involviert waren und diese Methoden auch heute noch anwenden, um den Muslimen zu schaden. Viele der heutigen iranischen Führer und wichtigen Persönlichkeiten, wie Khamenei, saßen dort ein und sind ebenfalls als lebensechte Figuren in Märtyrerposen in ihren Zellen dargestellt.

Einen kurzen Stopp legten wir auch an der ehemaligen Amerikanischen Botschaft ein – historisch bedeutsam, da sich dort im Zuge der Revolution viele Ereignisse abspielten. Von einem Bunker unterhalb der Botschaft aus, hatte die CIA über Jahrzehnte die iranische Politik mit gesteuert (ja ja, das Öl), indem sie Einfluss auf den Shah ausübten und diesen unterstützten. Als dessen Untergang besiegelt war, wurde die Botschaft 1979 von konservativen Studenten gestürmt und die Diplomaten über 444 Tage als Geiseln gehalten, da sie den weiteren bzw. erneuten Einfluss der USA fürchteten. Heute erinnern daran noch Graffities an den Betonmauern und ein Museum, das jedoch leider nur ein paar Tage im Februar geöffnet hat. Warum, weiß keiner.
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Tehran ist sonst eine große, sehr moderne Großstadt mit langen Wegen, denn es dauerte schon echt lang, um von A nach B zu kommen. Wir besuchten noch den riesigen Basar (denn ohne Basarbesuch hat man eine iranische Stadt einfach nicht gesehen ;-)), der im Gegensatz zu den bisherigen architektonisch eher uninteressant, aber dafür quirlig, bunt und brechend voll war.
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Tehran ist außerdem bekannt für seine vielen Galerien und die Kunstszene. Leider haben wir nur ein Künstlerzentrum besuchen können, da in den Sommermonaten wohl doch einiges geschlossen hat.

Am späten Nachmittag fuhren wir noch in den Norden der Stadt, wo direkt die Berge beginnen (inkl. Skigebiete) und wir am Bam-e Tehran (Dach Tehrans) einen herrlichen Blick über die Stadt hatten. In der Nähe gibt es außerdem auch noch eine Art Vergnügungsviertel in den Bergen, wo sich viele Restaurants und Süßigkeitenstände entlang eines Flüsschens beim Aufstieg zum Darbant-Berg schlängeln. Die Atmosphäre ist wahnsinnig nett, alles ist schön beleuchtet, es gibt gutes Essen und man kann Shisha rauchen. Ein perfekter Abschluss unserer Iranreise!
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