10.-12. August 2015: Kerman ist neben Yazd eine weitere große Wüstenstadt und gleichzeitig ein guter Ausganspunkt für einen Trip in die Dasht-e Lut, die Lut-Wüste. Nachdem unsere ersten Erfahrungen mit Couchsurfing in Yazd so positiv waren, probierten wir auch in Kerman einen Host zu finden. Die erste Nacht kamen wir noch im Hotel unter, weil von dort eine Tour zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten in Rayen, Mahan und der Dasht-e Lut einfacher zu organisieren war. Trotzdem verbrachten wir bereits diesen Abend mit unserem Host für die folgende Nacht, einem jungen Studenten, der in ca. 1 Monat zum Studieren nach Rom gehen wird.
Nachdem wir zum Tee trinken in einem richtig schönen Teehaus inmitten des Basars waren, wollten die Jungs uns unbedingt zu ihrem Lieblingslokal 35km außerhalb der Stadt fahren. Angesichts der Tatsache, dass es bereits kurz vor 12 in der Nacht war, irgendwie verrückt… aber der Sprit ist hier mit ca. 30cent pro Liter echt günstig. Das merkten wir auch daran, dass wir während wir auf ein Mädl gewartet haben, nicht irgendwo gehalten, sondern einfach in der Stadt im Kreis gefahren sind.


Nach einer kurzen Nacht ging es dann morgens zusammen mit einem Spanier und einem Italiener auf die besagte Tour. Was uns davor leider niemand gesagt hat war, dass dieser Tag ein nationaler Feiertag war und alles, inkl. der Sehenswürdigkeiten, geschlossen hat. So verbrachten wir den Vormittag damit von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu Fahren, nur um erneut vor verschlossenen Türen zu stehen. Naja, zumindest die Wüste, die wir zum Sonnenuntergang besuchten, war nicht geschlossen. Dafür wurden wir abends um 18 Uhr mit 42° heißem Wüstenwind begrüßt. Wer das nachempfinden möchte soll sich einfach nen Fön ins Gesicht halten und von Zeit zu Zeit etwas Sand in den Luftstrom streuen. Ich denke das trifft’s ganz gut. Die Wüste bzw. insbesondere die Kalut-Region in der wir waren hat dann aber für den Rest des Tages mehr als entschädigt. Die Kaluts sind übrigens Felsformationen die sich hier über Jahrtausende hinweg durch den stetig aus einer Richtung wehenden Wind gebildet haben. Wir warteten den wunderschönen Sonnenuntergang ab, um im Anschluss noch einen Blick auf den super Sternenhimmel inkl. Milchstraße zu haben.







Den nächsten Tag verbrachten wir dann zunächst auf dem sehr schönen Basar und besuchten ein historisches Badehaus, bevor wir mittags zu einem sehr leckeren Essen bei unserer Gastfamilie einkehrten. Auch dieses Mal wurden wir herzlichst Willkommen geheißen und mit Tee, Obst und selbstgebackenen Keksen verwöhnt.








Abends holten wir dann gemeinsam noch eine der verpassten Sehenswürdigkeiten des Vortags nach, den Bagh-e Shazde Garten bei Mahan, bevor wir uns erneut in Richtung Busterminal aufmachten. Ja, Nachtbusse zählten im Iran zu unseren häufigsten Unterkünften 😉



