20. Juli 2015: Nach unserem Ausflug in die Berge um Sary Mogol, ging es morgens zurück nach Osh. Den restlichen Tag wollten wir den örtlichen Bazar erkunden, laut Reiseführer einer der größten Märkte Zentralasiens. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir zufällig ein Volksfest mit reichlich Fahrgeschäften und Buden. Hendl gab’s auch, also fast wie auf der Wiesn. Die Fahrgeschäfte waren alle von Vorgestern, nur die ebenfalls vorhandene Oculus Rift passte irgendwie nicht ins Bild (top-moderne “virtual reality”-brille für die, denen das nichts sagt). So verbrachten wir den Tag in Osh mit Umherschlendern, Tee trinken und für mich gab es dann auch noch ein kleines Schaschlik-Spießchen.


Am nächsten Morgen war es dann Zeit Kirgistan lebwohl zu sagen, denn der Grenzübertritt nach Usbekistan stand auf dem Programm. Bereits durch diverse Erzählungen vorgewarnt, konnte die Prozedur früh morgens beginnen.
Der erste Schritt war eine Art Türsteher, dessen Aufgabe es zu sein schien generell zu prüfen, ob man einen Pass besitzt. Nach dieser ersten Kontrolle ging es zu 2 weiteren Beamten, die unsere Pässe schon genauer in Augenschein nahmen. Verwundert durchsuchten die beiden unsere Zweitpässe nach den Ausreisestempeln von Kirgistan. Natürlich erfolglos, da diese ja in unseren anderen Pässen waren. Um die Situation zu entschärfen zückte ich meinen 2. Pass, in der Annahme gleich wilde Diskussionen mit den usbekischen Grenzbeamten über die Notwendigkeit von 2 deutschen Pässen zu führen. Zu unserer Verwunderung schien das aber überhaupt kein Problem zu sein und so durften wir auch die zweite Station passieren.
Im Anschluss ging es zum “Arzt”, der zunächst ebenfalls unsere Pässe inspizierte und im Anschluss unsere Stirntemperatur mit einem Infrarot-Thermometer prüfte. Über meine 35 Grad wurde dann noch etwas gewitzelt….aber hey, es war sauheiß und meine Stirn war schweißgebadet. Danach gab es aufgrund unserer Rucksäcke noch eine Arnold Schwarzenegger-Geste und ein “STRONG!” zu hören.
Station 3 überstanden ging es zu den eigentlichen Grenzbeamten. Richtig, die Pässe wurden erneut angeschaut und tatsächlich der usbekische Einreisestempel auf das Visum geknallt. Der Spaß war aber noch nicht vorbei, denn das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Es war an der Zeit für die Gepäckkontrolle! “Kamera?” Ja, natürlich haben wir eine Kamera. Nachdem wir die Fotos aber immer runterkopieren gab es da zum Glück nicht viele Fotos für den Grenzbeamten zu untersuchen. “Cellphone? Fotos!” Auch dieser Aufforderung kamen wir natürlich nach. Bei mir gab es wieder nicht viel Ausbeute, aber der Beamte der Theresas Handy erwischte machte es sich erstmal auf einem Stuhl bequem. Während dessen ging der Beamte, der sich um mich kümmerte einen Schritt näher auf mich zu und flüsterte fast schon “Mister…. Pornovideos?” Nachdem auch das verneint werden konnte, schien der Fotocheck abgeschlossen zu sein. Nur gut, dass er nicht nach unserem Tablet gefragt hat, auf dem alle bisherigen Reisefotos gespeichert sind, sonst würden wir wohl heute noch dort sitzen. Spannend war dann noch unsere Reiseapotheke. Insbesondere Theresas Beamte zeigte hier besonderes Inreresse und drehte jedes Pflaster einzeln um. Mein Beamter hingegen schien die Lust bereits verloren zu haben und so bekam ich das finale “Mister, finish!” zu hören. So begann ich meine ausgebreiteten Habseligkeiten wieder im Rucksack zu verstauen. Nach 10 Sekunden bekam ich jedoch ein zweites, energischeres “MISTER! FINISH, GO!” zu hören und so trug ich lieber schnell alles einzeln 2m weiter auf eine Bank, um seine Geduld nicht weiter zu strapazieren. Nachdem auch Theresa “FINISH” war, konnten wir das Grenzgebäude nach ca. 1 Std. wieder verlassen, natürlich nicht ohne vor dem Tor ein letztes Mal unsere Pässe kontrolliert zu bekommen.
Geschafft, wir sind in Usbekistan!! Das erste Geld haben wir auch schon gewechselt… anbei das Bild auf dem man den Gegenwert von ca. 200$ sieht.
