5.-9. Februar 2016: Nach einer langen und ziemlich “wilden” Anreise mit schlechten Holperstraßen, vielen Kurven und insgesamt fünf verschiedenen Minibussen erreichten wir endlich unser Ziel: Nebaj, eine Kleinstadt in den Bergen. Leider bei Nieselregen, Nebel und kalten Temperaturen. Das war besonders unangenehm, da dort niemand eine Heizung hat – obwohl dies dort wohl häufig der Fall ist. Nunja, unsere Unterkunft hatte zumindest eine einigermaßen warme Dusche…. yey.
Nebaj
Das Städtchen selbst hat nicht viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, aber die Region des westlichen Hochlands liegt abseits der üblichen Touristenpfade und hat neben einer schönen Berglandschaft den höchsten Anteil von indigener Bevölkerung in Guatemala, wo die Kultur und Tradition noch intensiv gelebt werden. So hat jedes Dorf seine eigene Tracht, die fast alle Bewohner auch stolz im Alltag tragen (zum ersten Mal konnten wir das auch bei den Männer beobachten) und die Märkte werden so zu einem farbenfrohen Spektakel, das meist einmal die Woche pro Dorf stattfindet.







Wir drehten zunächst eine kleine Erkundungsrunde und ließen uns eine heiße Schokolade im einzigen “Café” des Ortes schmecken. Das half zumindest kurzfristig beim Aufwärmen, aber dann verzogen wir uns doch recht schnell ins warme Bett – dem einzigen gemütlichen Ort.

Die nächsten zwei Tage blieb das Wetter leider regnerisch, so dass wir von der Berglandschaft wenig zu sehen bekamen. Glücklicherweise hatten wir aber ein paar Markttage in der Region erwischt und so tourten wir einen Tag durch die umliegenden Dörfer Chajul und San Juan Cotzal mit seinem Samstagsmarkt und am nächsten Tag brachte dann der große Sonntagsmarkt in Nebaj viele Fotomotive vor die Linse.




























Todos Santos
Wir hofften allerdings dann doch dem schlechten Wetter entfliehen zu können und machten uns in einer weiteren kleinen Bus-Odyssé durchs Bergland auf ins nächste Dorf: Todos Santos. Dort wartete allerdings wieder der Nieselregen auf uns, so dass wir einen guten Grund hatten, in unserem kleinen Familienhotel ein chuj auszuprobieren. Das ist eine Art Sauna, die die Bergbewohner nutzen, um sich zu reinigen. In unserem Fall, ein kleines Kabuff auf dem Dach, das mit Feuerholz eingeheizt und nur mit Kerzen erhellt wurde. Sehr romantisch, es hätte nur etwas heißer sein können ;-).

Am nächsten Tag hatten wir dann aber endlich Glück mit dem Wetter und konnten etwas von der Landschaft erkunden. Wir hatten eine recht lange Wanderung zu einem anderen Dorf geplant, wofür wir allerdings nur eine grobe Wegbeschreibung des Lonely Planets hatten. Glücklicherweise haben wir aber genug Leute unterwegs getroffen, die uns geholfen haben, den Weg zu finden. Teilweise jedoch nur mit sehr abenteuerlichen Beschreibungen, denn Spanisch ist bestenfalls die zweite Sprache neben der jeweiligen indigenen Muttersprache.
Glück hatten wir schon am Morgen mit unserer ersten Begegnung, einem Bauern auf dem Weg zu seinem Feld, der gleich mal eine Mitfahrgelegenheit für uns drei hoch zum ersten Pass organisierte. Da die Strecke das Pensum für eine Tagestour ohnehin etwas überstieg, waren wir ganz froh über diese kleine Verkürzung. Über Stock und Stein gings dann auf kleinen Pfaden und ungeteerten Straßen durchs Hochland, wo wir es mit der Hilfe vieler netter Bergbewohner am Ende tatsächlich bis nach San Juan Atitan schafften.












Der Markt dort fiel ziemlich klein und sehr lokal aus… und die Bewohner schienen wenig an Touristen gewöhnt, wodurch wir uns etwas unwillkommen fühlten. So blieb es bei einem kurzen Stopp für ein paar Snacks, bevor wir uns wieder auf den langen Rückweg machten. Immerhin blieb aber noch genug Zeit, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln und einen Schal zu kaufen. Allerdings waren unsere Verhandlungsgeschicke wohl schon so gut geworden, dass der Händler uns am Ende hinterherlief, um mehr Geld zu verlangen, da er merkte, dass er ihn wohl zu billig hergegeben hatte. Damit war das Geschäft aber dann im Nachhinein geplatzt… so etwas hatten wir bisher noch nirgends erlebt!







Nach dieser etwa 30km langen Tour waren wir dann aber froh, endlich wieder zurück in Todos Santos zu sein. Damit war es auch Zeit das Hochland in Richtung Quetzaltenango und seine Vulkane zu verlassen.







