5-Tage auf eigene Faust durchs Tien-Shan-Gebirge

4.-8. Juli 2015: Nachdem wir in Karakol angekommen waren, galt es am selben Tag noch ein paar Vorbereitungen zu treffen, um am nächsten Tag zu unserem großen Abenteuer aufbrechen zu können. Das Camping-Equipment wurde uns abends zum Hostel geliefert (leider nicht das neueste Zeug und SACKSCHWER) und den Proviant haben wir noch zu später Stunde beim Supermarkt um die Ecke erstanden. Mehr als 1kg Nudeln, ne Packung Brühe, Brot, Tomatensauce, ein paar Trockenfrüchte, Nüsse und Powerriegel hatten wir dann auch nicht dabei. Alles gepackt war die Ernüchterung groß, denn unsere Rucksäcke hatten min. 15kg. Allerdings ist uns auch nichts mehr eingefallen was man hätte weglassen können.

Am nächsten morgen ging es dann mit dem Taxi zum Startpunkt unserer Tour nach Jeti Öghuz …

Tag 1: Von Jeti Öghuz zum Fuße des Telety-Passes

Vorbei an Jurten und Sommerweiden ging es entlang eines kleinen Baches stetig aber leicht bergauf immer tiefer in das Tal hinein. Im Hintergrund waren bereits die ersten schneebedeckten Berge auszumachen. Auch unser erstes Edelweiss konnten wir bereits entdecken, von dem wir im Laufe der Zeit noch viele zu Gesicht bekommen sollten.  Immer wieder konnten wir Hirten nach dem Weg fragen, der nicht immer klar ersichtlich war, und erreichten durch das “Flower valley” schlileßlich unser auserkorenes Nachtlager am Fuße des Telety-Passes. Nachdem es unser erster Marsch von über 20km mit mehr als 15kg Gepäck war, hat es uns dann auch gereicht.
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Tag 2: Eissturm am Telety-Pass

Am nächsten Morgen machten wir uns gemeinsam mit einem Israeli auf, den Telety-Pass mit seinen ca. 3800m Höhe zu erklimmen. Während wir am steilen Anstieg schnell an Höhe gewannen, wurde das Wetter leider immer schlechter. Es begann zu regnen und genau zum Zeitpunkt der Passüberquerung gipfelte das Ganze in einem Eissturm mit kleinen Eiskristallen, die einem mit ca. 70kmh ins Gesicht geschleudert wurden. An der Stelle waren wir wirklich kurz davor aufzugeben und umzukehren. Wir haben uns dann aber ein Herz gefasst und uns die letzten 100 Höhenmeter hinauf gequält. Auf der anderen Seite hörte zwar wie von Zauberhand der Wind und der Regen auf, dafür erwartete uns aber ein ca. 200m langes Schneefeld. Teilweise sind wir bis zur Hüfte eingesunken und haben auch hier und da mal den Schuh verloren. Als wir aber auch diese Hürde gemeistert hatten, kochte der Isreali erstmal Tee für uns alle um uns aufzuwärmen. Mächtig stolz machten wir uns an den weiteren Abstieg bis wir erneut eine schöne Stelle fanden um unser Lager aufzuschlagen.
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Tag 3: Runter ins Karakol-Tal und zur Hochebene vor Ala-Köl

Nach den Strapazen der beiden vorangegangen Tage, wollten wir diesen Tag etwas entspannter angehen und die Tagesetappe etwas kleiner ausfallen lassen. So wanderten wir von unserem Lager weiter bergab, bis wir das Karakol-Tal kreuzten. Dort trafen wir auch die 2 Tiroler Jungs, Andi und Klaus, die uns bis zum Ende unseres Treks begleiten sollten. Der Andi verspricht übrigens die besten Kässpatzn zu machen… wir werden es ausprobieren wenn wir das nächste mal nach Österreich fahren :-)

Gemeinsam ging es dann aus dem Tal nochmal relativ steil und anstrengend hinauf, bis zu einer kleinen Hochebene in atemberaubender Kulisse. Dort schlugen wir erneut unser Lager auf und ließen den Abend bei einem gemeinsamen Lagerfeuer ausklingen. Nachdem die ersten beiden Tage relativ einsam waren, schienen wir nun auf den “touristischeren” Teil der Route getroffen zu sein. Wir haben min. 10 Leute gesehen :-)

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Tag 4: Vorbei am Ala-Köl-See und über den zugehörigen Pass

Die härteste aber wohl auch die schönste Etappe erwartete uns an Tag 4. Zunächst ging es steil bergauf, bis wir auf 3500m endlich den Ala-Köl-See erreichten. Nach einer kurzen Pause, bei der wir die traumhafte Aussicht und die Lichtspiele im See genossen, ging es abermals bergauf (diesmal noch steiler) bis zum Pass, dem höchsten Punkt unseres Treks auf ca. 3900m. Nach vielen Pausen, viel Durchschnaufen und dem nötigen Ehrgeiz hatten es dann auch wir hoch geschafft. Wenigstens spielte diesmal das Wetter mit und wir  hatten eine traumhafte Aussicht auf das umliegende Gebirge. Auf der anderen Seite erwartete uns abermals ein kurzes Schneefeld, gefolgt von einem sehr sehr sehr steilen Geröllfeld, welches wir mehr hinunter rutschten als zu gehen. So legten wir mehr als 150 Höhenmeter in weniger als 10min zurück. Geschafft und ausgelaugt stiegen wir nur noch knapp 700m ab, bis wir einen geeigneten Lagerplatz gefunden hatten.

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Tag 5: Über Altyn-Arashan ins Tal nach Ak-Suu

Der letzte Tag unseres Abenteuers begann mit Sonnenschein und einer Tasse Tee bzw. Kaffee. Geweckt wurden wir von neugierigen Kälbern und quiekenden Murmeltieren. Nachdem alles eingepackt war (die Prozedur dauerte meist so 1 1/2 Stunden) ging es weiter in Richtung Tal bzw. in Richtung des Dörfchens Altyn-Arashan. Bekannt für seine heißen Quellen, interessierten wir uns eher für eine warme Mahlzeit und vor allem… eine kalte COLA!! Endlich kein Gebirgswasser oder Tee mehr, sondern Zucker, Kohlensäure und Geschmack! Nach einer ausgedehnten Mittagspause winkte dann aber noch der Rückweg in die Zivilisation nach Ak-Suu. Die Distanz haben wir leider gründlich unterschätzt und die letzten Kilometer zogen sich wie Kaugummi. So ne Halbmarathon-Distanz mit 15kg Gepäck ist dann eben doch kein Zuckerschlecken.

Völlig erschöpft, mit schmerzenden Füßen, aber glücklich sitzen wir jetzt wieder in unserem Hostel in Karakol und schreiben Euch diese Zeilen. Nach einer heißen Dusche fühlen wir uns auch wieder halbwegs wie Menschen (zwar behindert in der Motorik, aber wie Menschen). Morgen geht es dann weiter zum Issyk-Köl-See um die geschundenen Knochen etwas zu entspannen.

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9 Gedanken zu „5-Tage auf eigene Faust durchs Tien-Shan-Gebirge“

  1. Its such as you read my mind! You appear to understand so much approximately this, such as you wrote the ebook in it or something. I feel that you could do with some to drive the message home a little bit, but instead of that, this is great blog. A great read. I will definitely be back.

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