Indiana Jones: Im Zentrum der Maya-Macht

28. Januar – 1. Februar 2016: Nach den faszinierenden Ruinen von Tikal beschlossen wir eine weitere Mayastadt im Dschungel zu besichtigen. Im Gegensatz zu Tikal ist El Mirador jedoch bei weitem nicht so touristisch erschlossen oder leicht erreichbar, vielmehr sind die Überreste dieser einst größten Mayastadt noch fast komplett im Urwald verborgen und vor uns lag eine 40 Kilometer lange Wanderung durch grüne Wildnis, um überhaupt dorthin zu gelangen. Ein fünftägiges Abenteuer und insgesamt knapp 100 Kilometer Strecke!

Mit einer recht bunt gemischten Gruppe von acht Leuten ging es früh morgens zunächst vier Stunden über eine Holperpiste mit dem klapprigen Bus bis Karmelita, dem Dörfchen, das den Ausgangspunkt der Wanderung darstellte. Die nächsten zwei Tage mussten wir dann die 40km durch den Regenwald zurücklegen, wobei die Pfade teilweise ziemlich schlammig waren und sich die Distanz schon etwas in die Länge zog – so ganz ohne Berge, Aussichtspunkte und nur durchs Grün.
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Abwechslung boten die Tiere, die wir immer wieder mal im Urwald erspähen konnten. Allen voran die lustigen Klammeraffen, die oft eine kleine Show lieferten bzw. versuchten uns wildgestikulierend mit Sachen aus den Bäumen zu bewerfen. Der Jaguar hat sich leider versteckt, aber die Tatzenabdrücke konnten wir zumindest im Schlamm erkennen. Außerdem kamen wir an verschiedenen kleineren Mayastätten (La Florida, El Tintal und La Muerta) vorbei und den zweiten Tag liefen wir fast komplett an einer einstigen Mayaprachtstraße entlang.
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Jaguartatze 🙂

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Übernachtet haben in Zeltcamps, meist in der Nähe dieser kleineren Ruinenstätten. So konnten wir z.B. auch schon am ersten Abend einen magischen Sonnenuntergang über dem Dschungel von einer der Pyramiden aus erleben. Weit und breit um uns herum gab es nur Regenwald und nur in der Ferne konnte man jeweils die anderen Mayastädte aus dem Grün ragen sehen.
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Am Abend des zweiten Tages erreichten wir dann endlich das Camp von El Mirador, wo wir den kompletten dritten Tag damit verbrachten, die archäologische Ausgrabungsstätte zu erkunden. Nur knapp 10% der Ruinen sind bisher überhaupt ausgegraben und erforscht… und das, obwohl die Ausgrabungen schon seit 30 Jahren im Gange sind (entdeckt wurde El Mirador erst im Jahr 1926 nachdem die Stätte wohl ca. 150 n.Chr. von den Mayas verlassen wurde). In der Regenzeit sind dort aktuell 250 Archäologen beschäftigt, aber es geht trotzdem nur langsam voran und man weiß insgesamt noch nicht allzuviel über diese einst sehr mächtige Metropole. Man schätzt, dass sie bis zu 50.000 Einwohner hatte, auf einer Fläche von 16qkm.
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Das Ganze gibt dem Areal eine sehr entdeckerische Atmosphäre, die wirklich etwas Besonderes ist. Man fühlt sich ein bisschen wie Indiana Jones, wenn man auf den Dschungelpfaden Pyramiden, Tempel, Reliefs, ehemalige Wohnhäuser und andere Überbleibsel der untergegangenen Kultur erkundet. Natürlich wieder begleitet von allerlei Viechzeugs wie Tukanen, Affen und Nasenbären.
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Man braucht aber auch etwas mehr Vorstellungskraft als in Tikal, da der Dschungel eben alles überwuchert. Gerade die zwei Highlights, La Danta und El Tigre, sind in ihrer gewaltigen Größe kaum auszumachen. La Danta ist die beeindruckenste Struktur der alten Maya Stadt und gilt als die größte(!) Pyramide der Welt (basierend auf ihrem Volumen von 2 800 000m3). Mit 60m Höhe ragt sie auch deutlich über die Gipfel des Dschungels empor. Der zweitwichtigste Komplex ist El Tigre, mit einer Höhe von 55m ist diese Pyramide allein immer noch größer als das komplette Zentrum von Tikal.

Wir hatten zwar mit etwas regnerischem Wetter zu kämpfen, aber am nächsten Morgen konnten wir dann doch noch einen spektakulären Sonnenaufgang über dem erwachenden Regenwald erleben – das volle Programm mit vorbeifliegenden Tukanen und lautstarken Konzert der Brüllaffen. Sicherlich einer der besondersten Momente des Trips!
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Dann ging es aber auch schon wieder zurück… den unendlich langen Weg durch den Wald. Noch einmal konnten wir die Sonne von den kleineren Pyramiden unterwegs farbenfroh auf- und untergehen sehen, bevor wir dann wieder die Zivilisation erreichten. Yeah, Dusche, Pizza und ein weiches Bett 🙂
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